Scheidungskosten von der Steuer absetzen

Oftmals der einzige positive Aspekt im Rahmen einer oftmals langwierig und mitunter kostspieligen Scheidung war die Tatsache, dass die Kosten für Scheidung und Versorgungsausgleich als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen waren. Im Mai 2011 entschied der BFH, dass auch Kosten für andere Gerichtsverfahren als außergewöhnliche Belastungen absetzbar seien (Akt.Z. VI R 42/10).

Nach Änderung der Rechtslage sind Prozesskosten nunmehr nur noch absetzbar, wenn der Rechtsstreit von so großer Bedeutung für den Bürger ist, dass andernfalls seine Existenz gefährdet wäre. Scheidungskosten fallen nach der Gesetzesänderung nicht mehr unter diesen Tatbestand. Die Finanzverwaltung hat für die Einkommensteuererklärungen 2013 den Hinweis aufgenommen, dass Scheidungskosten nicht mehr abzugsfähig sind. Die Kosten werden von den Finanzbeamten daher nicht mehr berücksichtigt werden.

Erklärtes Ziel des Gesetzgebers war es allerdings, die Rechtslage von vor dem BFH Urteil aus 2011 wiederherzustellen. Es ist also damit zu rechnen, dass zeitnah die ersten Klageverfahren anhängig sein werden. Für weitere Fragen wenden SIe sich bitte an: carsten.kleffmann@dr-kleffmann.de