Überlegungen zur Anordnung von Vor- und Nacherbschaft

Der Erblasser kann bestimmen, dass ein Erbe erst erben soll, nachdem zunächst ein anderer Erbe geworden ist, § 2100 BGB. Er kann seinen Nachlass so über einen längeren Zeitraum regeln. Der Nachlass fällt auf diese Weise letztlich dem Nacherben zu. Ähnlich dem Nießbrauch soll der Vorerbe bis zum Eintritt des Nacherbfalls aber berechtigt sein, die Nutzungen aus dem Stamm des Nachlasses zu ziehen. Einige Punkt sind zu bedenken. Unter anderem sind dies:

  • Anordnung von Vor- und Nacherbfolge von vergleichbaren Rechtsinstituten abgrenzen, wie z.B. dem Nießbrauchsvermächtnis, Ersatzerben und dem auf den Tod befristeten Herausgabevermächtnis;
  • Möglichkeiten von Bedingungen und Befristungen bei Anordnung der Vor- und Nacherbfolge bedenken;
  • Regelungsbedarf prüfen für die Anordnung einer mehrfachen Nacherbfolge hintereinander geschaltet;
  • Regelungsbedarf für die Anordnung der Vor- und Nacherbfolge lediglich hinsichtlich eines Bruchteils des Nacherblasses oder eines Anteils eines Mitvorerben bedenken;
  • Mehrere Nacherben bestimmen; Ereignis für den Eintritt des Nacherbfalls festlegen, z.B. Tod des Vorerben, Wiederverheiratung, Erreichen eines bestimmten Alters, Bestehen einer Prüfung etc.;
  • Befreiung des Vorerben von (sämtlichen) Beschränkungen sowie Anordnung der Testamentsvollstreckung entweder nur für die Vorerbschaft, nur für die Nacherbschaft oder aber für Vor- und Nacherbschaft erwägen.

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